Roland Kulik über die Kölsche Weihnacht, das Programm im Wandel und seine Motivation

Er ist Regisseur, Musiker und Veranstalter der „Kölschen Weihnacht“: Roland Kulik. Bei seinem Lieblingsgetränk, Espresso No. 2, plaudert er ein wenig über die Entstehung des aktuellen Programms, über die Arbeit im Hinter- und Vordergrund. Und die, die ihm während der Zeit auf der Bühne den Rücken freihalten. Ein Interview aus 2013.

Siebzehn Jahre Kölsche Weihnacht – was ist das für ein Gefühl?

Unglaublich. Wie sich eine kleine Idee zu so etwas Großem wandeln kann, ist für mich nach wie vor schwer zu greifen. Apropos Wandel:Das ist ein zentrales Wort. Um ehrlich zu sein, liegen zwischen der ersten bis zur siebzehnten Staffel Welten. Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge. Proben im Keller, Kartenverkauf von zu Hause. Ein Gefühl von Unsicherheit, gepaart mit dem Zauber des Anfangs. Wenn ich jetzt zurückblicke kann ich nur staunen.

Wie entsteht Jahr für Jahr ein neues Programm?

Es gibt sehr intensive Probetermine, wo klasse Sachen beim Zusammenspiel entstehen und auch schon entstanden sind. Wir bekommen die Chance, die musikalische Vielfalt des Ensembles zu präsentieren. Jahr für Jahr aufs neue und dieses Jahr besonders. Das ist für uns als Musiker Herausforderung und Privileg in einem. Es gibt immer wieder Titelvorschläge. Ich bin eine ganze Zeit damit beschäftigt, diese anzuhören und herauszusuchen, was zusammen funktionieren könnte. Das Ergebnis wird dann auf der Bühne präsentiert. In diesem Jahr liegt mir die Geschichte vom „Schängchen“ sehr am Herzen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die „Krätzjer“ in diesem Jahr ganz besonders glänzen könnten. Man könnte meinen, dass nach 17 Jahren Weihnacht, alles zum Thema gesagt und gesungen wäre. Das stimmt nicht. Die Weihnachtsgeschichte ist so facettenreich, bietet so viele Blickwinkel und das macht jeder der Protagonisten auf seine Weise. Ich finde das sehr, sehr spannend. Das Publikum darf gespannt sein.

Wir sprachen über Wandel, was hat sich hinter den Kulissen verändert?

Ein unglaubliches Maß an Verantwortung ist dazu gekommen. Es sind nicht mehr 8 Termine sondern dieses Jahr 48, die gespielt und organisiert werden wollen. Ein Bürobetrieb, der in diesem Jahr sogar personell aufgestockt werden musste, der laufende Veranstaltungsbetrieb und seit vergangenem Jahr der Tagesbetrieb in der Mahou Kaffeerösterei. Es gibt viel zu tun für uns! Trotzdem ist es mir wichtig, dass wir den Ursprungsgedanken nicht aus den Augen verlieren: Ein kölsches Programm auf eine typisch kölschen Bühne zu bringen – echt und unverfälscht und weit, weit weg vom Karneval. Das Programm zusammen zustellen, Texte, Lieder schreiben, Probetermine ansetzen und organisieren, eine Menge Arbeit, die Zeit und Kraft kostet.

Woher kommt die Motivation?

Das Wissen, dass so viele Gäste Jahr für Jahr wiederkommen Wie viele tausend Menschen die „Kölsche Weihnacht“ schon in diesen 17 Jahren besucht haben und hoffentlich noch besuchen werden. Das Wissen um die Verantwortung für so ein riesiges Projekt. Und die fröhlichen Gesichter der Menschen, die uns bei unserer Arbeit zuschauen und lauschen. Das Lachen ist es, der Applaus, die Freude. Jetzt hab ich das Glück, dass die Familie mir den Rücken freihält. Ich weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass im Hintergrund alles funktioniert. Ich hab das Glück, dass sich da wunderbare Akteure zusammen gefunden haben, die sich Ihrerseits unglaublich in das Projekt einbringen. Und bestimmt auch der Blick zurück, der mir jedesmal bewusst macht, was aus dieser winzig kleinen Idee geworden ist. Das wohl weit über die Grenzen Kölns bekannteste Weihnachtsprogramm in „Kölscher Mundart“.

Vielen Dank für das nette Gespräch und viel Spaß auf der Bühne!