Nadine Weyer über Musik, Kölsche Weihnacht und musikalische Anfänge

Für die Reihe „Zu Gast in der Mahou Kaffeerösterei“ des Sa Cova-Journals haben wir Sängerin Nadine Weyer getroffen. Sie spricht über ihre musikalischen Anfänge, über das Fühlen von Texten, ihre Premiere als Ensemble-Mitglied der Kölsche Weihnacht und über das Singen auf Kölsch.

Nadine Weyer beim Interview in der Kaffeerösterei Mahou.

Es ist Winter. Zwei, drei Wochen nach dem Ende der Spielzeit 2019 der „Kölschen Weihnacht“. In der Kaffeerösterei läuft immer noch Weihnachtsmusik. Und auch die „Weihnacht“ hallt noch nach – als Programm, als Spielreihe. Wir treffen Neuzugang Nadine Weyer an diesem Januar-Morgen zu einem entspannten Gespräch. Und erleben eine bodenständige junge Sängerin, die mit uns über die Kölsch Sprache, „vernünftige“ Berufe und das Einbringen der Persönlichkeit beim Singen von Liedern spricht.

Nadine, wenn man etwas recherchiert, dann hat man das Gefühl, dass du schon immer auf der Bühne standest und Musik machst?

Ja, wirklich schon immer. Meine Eltern und ich waren in einem Karnevalsverein. Da habe ich angefangen. Und mit sieben oder acht, da stand ich dann das erste Mal beim Kinderkarneval mit auf der Bühne. Später mit zehn habe ich dann auch schon Texte umgedichtet, die dann die Gruppe gesungen hat.

War es also so eine Art Herzenssache? Etwas, das dich gerufen hat?

Ich habe da nie so drüber nachgedacht. Viele haben ja so diesen Traum. Ich bin da eher einfach so reingerutscht. Aber: Ich bin sehr dankbar dafür. Eigentlich war es sogar eher so, dass meine Eltern gesagt haben: Ach komm. Mach das doch. Du könntest doch auch eine Musicalschule besuchen. Ich habe dann gesagt: Nein, ich möchte einen vernünftigen Beruf lernen. [lacht] Ich glaube, das ist auch so eine Sicherheitssache.

Du hast einen anderen Beruf gelernt!

Ja. Ich hatte Stimmprobleme und war bei einer Logopädin. Und dann dachte ich: Das machst du auch. Ich habe den Beruf zwar nie ausgeübt, aber es hat mir etwas gebracht. Ich kann deutlich länger singen jetzt. Ich weiß, was ich mache. Habe viel für den Gesang mitgenommen.

Wie kam dann die „Kölsche Sprache“ in dein Leben?

Im Alltag spreche ich Kölsch überhaupt nicht. Mein Opa spricht Platt. Mein Vater auch. Aber aus dem Bergischen. Die Bläck Fööss fand ich schon immer total cool. Als Kind schon. Später bin ich dann über eine Kölsche Veranstaltung wieder dazu gekommen, Kölsch zu singen. Man kann wirklich Kölsch gut singen. Es fühlt sich gut an. Vieles, das auf Deutsch peinlich klingen würde, klingt auf Kölsch wirklich schön. Es ist das Echte an der kölschen Mundart, die es so leicht macht.

Eine Reihe wie die „Kölsche Weihnacht“ und über 40 Termine war neu für dich. Wie hast Du solche eine terminreiche Spielreihe erlebt?

Es war super schön. Bei jedem Auftritt bin ich aufgeregt. Egal ob 40-mal oder „nur“ einmal. Aber die Aufregung hat sich mit der Zeit gelegt und dann macht es einfach nur noch Spaß. Es hat sich gut angefühlt. Irgendwann stellt sich eine Routine ein. Das Ensemble hat mich total gut aufgenommen. Man merkt, dass es ein eingespieltes Team ist. Und Roland [Kulik] hat mich im Vorfeld wirklich gut vorbereitet.

Du hast neben dem Mitwirken in diversen Liedern auch ein eigenes Stück mit Erinnerungen aus deiner Kindheit beigesteuert. Fühlt sich das Singen von eigenen Liedern und Texten persönlicher an?

Klar, wenn man ein eigenes Lied zur eigenen Kindheit hat, dann ist es schon noch ein bisschen mehr. Aber um ehrlich zu sein, so viel unterscheidet sich das dann letztlich gar nicht. Ich versuche bei allen Stücken meine eigenen Gefühle, meine Stimme und meine Persönlichkeit einzubringen. Ich gebe immer viel von mir hinein.

Danke, liebe Nadine, für deinen Besuch bei uns in der Kaffeerösterei.